Eine Initiative der Eine Initiative der Bundessteuerberaterkammer
Wo findet die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten statt?
Die Ausbildung wird in der Praxis eines Steuerberaters, einer Steuerberaterin oder einer Steuerberatungsgesellschaft absolviert. Gemäß der Verordnung über die fachliche Eignung für die Berufsausbildung der Fachangestellten im Bereich Steuerberatung besitzen neben Steuerberatern auch Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Steuerbevollmächtigte die für die fachliche Eignung erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, um Steuerfachangestellte in ihren Praxen ausbilden zu können.
Wie finde ich einen Ausbildungs- oder einen Praktikumsplatz?
Unter dem Menüpunkt „Ausbildungsplätze“ gelangst du zu den Ausbildungsplatzangeboten, jeweils sortiert nach Bundesländern bzw. den Gebieten der Steuerberaterkammern. Teilweise enthalten die Börsen auch Praktikumsplatzangebote. Die Ausbildungsplatzbörse wird regelmäßig aktualisiert. Außerdem empfehlen sich Initiativbewerbungen bei Steuerberatern. Adressen von Steuerberatern in deiner Nähe findest du zum Beispiel in Branchenbüchern wie den „Gelben Seiten“. Außerdem kannst du bei der örtlichen Agentur für Arbeit nach Ausbildungsplatzangeboten fragen.
Ist eine Ausbildung in Teilzeit möglich?
Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Hierbei wird eine Vollzeitbeschäftigung zugrunde gelegt. Ob in begründeten Ausnahmefällen eine Teilzeitausbildung in Betracht kommt, prüft die jeweilige Steuerberaterkammer im Einzelfall.
Kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden?
Eine Verkürzung der Ausbildungszeit setzt zunächst einen gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und des Ausbildenden voraus. Es gibt Steuerberater, die unabhängig von der Vorbildung ihrer Auszubildenden keine Verkürzung möchten. Dann muss nämlich ein Teil des Lehrstoffs im Selbststudium erarbeitet werden, was erheblich schwieriger ist als eine reguläre Ausbildung in drei Jahren. Außerdem wird die Ausbildungszeit auch nur dann verkürzt, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Dafür ist eine Prognoseentscheidung durch die Steuerberaterkammer nach Rücksprache mit dem Ausbilder erforderlich.
Werden bei einem Wechsel der Ausbildungsstelle die bisherigen Ausbildungsteile angerechnet?
Da die Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten bundesweit einheitlich erfolgt, ist eine Anrechnung der bisherigen Ausbildung auf ein neu abzuschließendes Ausbildungsverhältnis grundsätzlich möglich. Gesetzliche Grundlagen der Berufsausbildung bilden neben dem Berufsbildungsgesetz die ebenfalls bundesweit geltende Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten sowie der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Steuerfachangestellter/Steuerfachangestellte. Lediglich einzelne Regelungen in den Prüfungsordnungen der Steuerberaterkammern, die aber nicht die Prüfungsgebiete betreffen, weichen teilweise voneinander ab. Weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen findest du unter dem Menüpunkt „Zum Nachschlagen“.
Welche Karrieremöglichkeiten bieten sich Steuerfachangestellten?
Unter dem Menüpunkt „Karrierechancen“ erfährst du alles über die Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt/in oder sogar Steuerberater/in. Für weitere Fragen stehen dir auch die Steuerberaterkammern zur Verfügung.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
Hier gibt es keine gesetzlich verbindlichen Vorgaben. Das Berufsausbildungsgesetz schreibt nur vor, dass dem/r Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen ist. Die Steuerberaterkammern haben zur Höhe der Vergütung Empfehlungen ausgesprochen. Im Jahr 2008 betrugen die empfohlenen Ausbildungsvergütungen bundesdurchschnittlich 484 € im ersten, 549 € im zweiten und 630 € im dritten Ausbildungsjahr. Zur Höhe der aktuell empfohlenen Ausbildungsvergütung in deiner Region wende dich bitte an die örtlich zuständige Steuerberaterkammer.
Wie hoch ist der Verdienst von Steuerfachangestellten?
Die Höhe des Gehaltes hängt von einer Vielzahl von Kriterien ab. Maßgeblich sind die Ortsüblichkeit, die Berufserfahrung, die Abschlussnote, Spezialkenntnisse, Verhandlungsgeschick etc. Auch ist in (Groß-)Städten der Verdienst etwas höher als im Umland. Unter Umständen kann die örtliche Steuerberaterkammer oder der regionale Steuerberaterverband mit einem Richtwert bzw. einer Auskunft zur regionalen Spanne weiterhelfen.
Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Steuerberatungsleistungen? Ist mein Beruf Steuerfachangestellte/r langfristig sicher?
Der Wettbewerb auf dem Markt für Steuerberatungsleistungen nimmt zu. Allerdings lassen ein komplexes Steuersystem und die hohen Anforderungen des Wettbewerbs auch den Beratungsbedarf der Unternehmen wachsen. Die Kompetenz des Steuerberaters wird daher auch in Zukunft unverzichtbar sein. Für qualifizierte Mitarbeiter ergeben sich daraus auch langfristig sichere Perspektiven.
Was kostet eine Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten?
Bei der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten handelt es sich um eine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und ist für Auszubildende kostenfrei. Es können Kosten für Lehrmittel oder Fahrtkosten entstehen, die allerdings zum Teil von den Ausbildenden erstattet werden.
Gibt es die Möglichkeit, parallel zur Steuerfachangestelltenausbildung ein Studium zu absolvieren?
In einigen Bundesländern besteht diese Möglichkeit, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (sog. Triales Modell). Bei Interesse wende dich unmittelbar an die dortigen Steuerberaterkammern.
Stimmt es, dass man gleichzeitig eine Steuerfachangestelltenausbildung absolvieren und das Abitur machen kann?
Sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Berlin haben Jugendliche die Möglichkeit, parallel zur Steuerfachangestelltenausbildung das Abitur zu erwerben. Informationen über die Voraussetzungen, die Durchführung usw. findest du auf den Internetseiten der Steuerberaterkammern, die auch für persönliche Auskünfte zur Verfügung stehen.
Wird ein bestimmter Leistungsdurchschnitt erwartet, um Steuerfachangestellte/r werden zu können?
Eine Vorschrift, die eine Mindestnote für die Ausbildung vorsieht, gibt es nicht. Allerdings sind gute Schulnoten, zumal in den Hauptfächern, auf jeden Fall ein Pluspunkt bei der Bewerbung. Am Ende wird der Ausbilder anhand einer Reihe von Kriterien entscheiden, zu denen neben den Schulnoten zum Beispiel auch die schriftlichen Bewerbungsunterlagen, Praktika und der persönliche Eindruck im Bewerbungsgespräch zählen.